Humboldtⁿ-Preis für Nachhaltigkeit: Drei NRW-Teams ausgezeichnet – starke Impulse aus Wuppertal
Humboldtⁿ-Preis für Nachhaltigkeit: Drei NRW-Teams ausgezeichnet – starke Impulse aus Wuppertal
Als eine der ersten staatlichen Hochschulen in Deutschland hatte die Bergische Universität Wuppertal ab dem Jahr 1999 wirtschaftswissenschaftliche und -pädagogische Entrepreneurship-Lehrstühle (Prof. Koch; Prof. Braukmann) eingerichtet. Diese konstituierten im Jahr 2003 die ursprüngliche wissenschaftliche Einrichtung für das heutige Institut für Gründungs-, Innovations- und Transformationsforschung (IGIF). Ausgangspunkt hierfür war das besondere Engagement der Universität sowie der Fakultät für die Thematik mit dem von ihr initiierten Aufbau des regionalen Gründungsförderungsnetzwerkes bizeps – wesentlich ermöglicht durch den bundesweiten Förderwettbewerb „EXIST – Existenzgründungen aus der Wissenschaft“ des BMBF und BMWi. Parallel zur praktischen Umsetzung des Gründungsgedanken an der Bergischen Universität und in der Region war es Ziel, mit dem Institut für Gründungs-, Innovations- und Transformationsforschung eine systematische Begleitforschung in Deutschland zu implementieren und etablieren sowie eine konzeptionelle Verstetigung des Hochschulunternehmertums in Wuppertal zu unterstützen. Im Rahmen dieser frühen EXIST-Erfolge und Forschungsfortschritte wurde die Bergische Universität mehrfach als „gründungsfreundlichste“ deutsche Hochschule ausgezeichnet (Studie im Auftrag des BMWI, des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der FAZ; erster Platz: 2001, 2003, 2007; zweiter Platz: 2009; dritter Platz: 2005, 2011).
Das IGIF fungierte infolge maßgeblich als struktureller und impulsgebender Bestandteil der in dieser Zeit entwickelten und weiterhin zentralen Profillinie „Unternehmertum, Innovation und Wirtschaftlicher Wandel“ der Bergischen Universität Wuppertal. Dieses hochschulweite Profilelement „gilt der interdisziplinären Erforschung des Zusammenhangs zwischen Unternehmertum, Gründung und Innovation einerseits sowie wirtschaftlicher Entwicklung andererseits. Dabei geht es zunächst um die ökonomischen, rechtlichen und politischen, aber auch die sozialen, psychologischen, historischen und ethischen Grundlagen bzw. Rahmenbedingungen von Unternehmertum und Innovation. Des Weiteren stehen die Wechselwirkungen zwischen mikropolitischen Weichenstellungen der einzelwirtschaftlichen Akteure sowie den makropolitischen Entscheidungen der föderalen Ebenen samt ihrer Implikationen für die Entwicklung von Wirtschaftssystemen im Fokus der Analyse“ (Leitbild der Universität).
Hierneben hat sich im IGIF mit Bezug zur universitären Profillinie „Umwelt, Engineering und Sicherheit“ ein weiteres wichtiges Forschungs-, Lehr- und Transferfeld in den letzten Jahren entwickelt, welches in Theorie und Praxis zunehmende Bedeutung erhalten hat: dass der Transformation. Speziell durch die Forschungskooperation (z.B. in EXIST III oder während des Graduiertenkollegs "Entrepreneurial Minds - Sustainable Thoughts“) mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie ist die Idee eines Sustainability Management Studienganges entwickelt worden, dessen Implementation im Jahr 2013 durch das IGIF genauso begleitet worden ist, wie die in den Folgejahren anschließende Forschung zur inhaltlichen wie curricularen Fortentwicklung dieses Studiengangs. Aufgrund der Bedeutung großer Transformationen im Allgemeinen, und der Nachhaltigkeitstransformation im Speziellen, ist sich Fragen u.a. zur Transformativen Wirtschaftspolitik und Transformativen Bildung mit dem Ziel zugewendet worden, System-, Ziel- und Transformationswissen theoretisch abzuleiten, um Wandel im Austausch mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft (teil-)geplant nachhaltig zu gestalten.
Nach dem ruhestandsbedingten Ausscheiden von Prof. Braukmann (Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik, Gründungspädagogik und Gründungsdidaktik) im Jahr 2025 ist das Institut für Gründungs-, Innovations- und Transformationsforschung aktuell im Verbund zweier Lehrstühle angesiedelt: dem Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften, insb. Unternehmertum, Innovation und Transformation (Prof. Koch) und dem UNESCO-Lehrstuhl für Entrepreneurship und Interkulturelles Management (Prof. Volkmann) an der Schumpeter School of Business and Economics der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft.